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11. November 2019

rotahorn 2019

Die Preisträger des Hans Roth Literaturpreises „rotahorn“ stehen fest. Den Hauptpreis erhielt Max Sessner, mit dem zweiten Preis wurde Sarah Kuratle geehrt.

Kulturlandesrat Mag. Christopher Drexler und der Grazer Kulturstadtrat Dr. Günter Riegler überreichten die Prämierungen im Veranstaltungssaal der Steiermärkischen Landesbibliothek. Max Sessner und Sarah Kuratle wurden aus einer hochklassigen Shortlist talentierter Lyrikund Prosa-Autoren ermittelt, die bereits ein Naheverhältnis zu den „manuskripten“ pflegen und deren bisher gezeigte Leistungen noch viel erwarten lassen. Der als Förderpreis konzipierte „rotahorn“ wird mit 5.000 Euro dotiert – 3.000 Euro für den ersten und 2.000 Euro für den zweiten Preis.

Die Fachjury, bestehend aus Barbara Frischmuth, Reinhard P. Gruber, Andreas Unterweger, Alfred Kolleritsch, Werner Krause, Christoph Hartner und Heinz Sichrovsky, lobte in ihrer Begründung die literarischen Leistungen:

Begründung für Max Sessner:

Max Sessners Gedichte lesen sich wie eine außerordentlich geglückte Mischung aus Theodor Kramer und William Carlos Williams. Seine Sätze gleiten in einem unverwechselbaren Rhythmus satzzeichenlos über die Zeilen: eine Poetisierung der alltäglichen Sprache, die den Lesenden zur Aufmerksamkeit zwingt und ins Gedicht stolpern lässt. Mit einem Minimum an sprachlichen Mitteln werden hier unprätentiöse Bilder generiert, die trotz ihrer Unaufdringlichkeit spektakulär sind und Unscheinbares (und Unscheinbare!) zur Erscheinung bringen. Max Sessner ist zwar kein Grazer, aber ein waschechter manuskripte-Autor, der seit 2001 in der Zeitschrift veröffentlicht. Seine Publikationen erregten auch das Interesse der Übersetzerin Francesca Bell, so dass Sessner mittlerweile auch in der US-amerikanischen Zeitschriftenlandschaft kein Unbekannter mehr ist.

Begründung für Sarah Kuratle:

Sarah Kuratle schreibt eigenwillige Prosa, hinter deren märchenhaften Zügen sich ein komplexes Spiel mit Handlungssträngen, Zeitebenen und vielfältigen Referenzen verbirgt. Der vielstimmige Chor aus Anspielungen und Zitaten löst eine sanfte Desorientierung aus, der man sich beim Lesen freudig hingibt. In ihren Gedichten trifft ein origineller Formwille auf eine syntaktisch herausfordernde Sprache, die den hohen Ton nicht scheut und Else Lasker-Schüler als einzigen Bezugspunkt erahnen lässt.

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